Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Bruno Delepelaire und Thomas Ospital

Freitag, 25. September 2020, 20.00 Uhr

Wo immer der 30-jährige französische Organist Thomas Ospital auftritt, verleitet er sein Publikum zu Beifallsstürmen. Die ungestüme Virtuosität, der draufgängerische Impetus und die jugendliche Kraft seiner Interpretationen begeisterten auch in Oldenburg. Gelernt hat Thomas Ospital sein Handwerk am Pariser Conservatoire supérieure, das er mit fünf ersten Preisen verließ. Ihm zur Seite steht der gleich junge Bruno Delepelaire, ebenfalls Franzose, seit 2013 erster Solo-Cellist der Berliner Philharmoniker. Er hat unter allen großen Dirigenten der Gegenwart musiziert. Wie gut Orgel und Cello zusammen harmonieren, zeigen die beiden Künstler mit Werken von Bach, Rheinberger, Saint-Saens, Fauré, Saariaho und Jongen.

Konzerte um 17 Uhr und 20 Uhr.

Ein Weltklasse-Duo!

Eintritt € 20,- ab dem 7. September im Info-Zentrum Markt 17



Rezensionen

Die nicht beste Kombination zur besten gemacht

Berliner Cellist Bruno Delepelaire und Pariser Organist Thomas Ospital begeistern in St. Lamberti

Horst Hollmann in NWZ am 28.09.2020

Violoncello und Orgel, nun ja, das führt nicht zur besten Kombination zweier Instrumente, da beißt keine Kirchenmaus den Faden ab. Wenn aber ein Cellist und ein Organist zusammen ihren Hörern damit einfach eine beglückende Zeit bescheren, dann geht eben doch nichts über die Kombination des beredten Streich- mit dem sprachgewaltigen Tasteninstrument. So erlebt in der zweimal im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten voll besetzten Lambertikirche.

Bruno Delepelaire (31) ist der Cellist, ein faszinierender Klangkünstler auf seinem Instrument von Matteo Goffriller (um 1700). Der Franzose ist 1. Solocellist der Berliner PhilharmonikerThomas Ospital (30) ist der Organist, ein mitreißender Virtuose und Registrierungs-Künstler. In Paris ist er der Herr über die große Orgel von Saint-Eustache.

Was sich in dieser Verbindung gut fügt, das demonstrieren beide auch auf ungleichen Klangebenen. Wo es häkelt, da kaschieren sie es fast perfekt. Dass es mehr Originalliteratur als bekannt geben könnte, dafür steht Jean-Charles Gandrille, Jahrgang 1982, als Komponist weit über seinen kirchlichen Wirkungskreis in Rambouillet bekannt. „Stèle“, eine Art Grabstein in Memoriam Olivier Messiaen, zieht mit einer weit ausschwingenden Kantilene und einer sich auftürmenden Kadenz alle in eine tief reichende Gefühlswelt.

Stil- und geschmackssicher funkeln bei den Instrumentalisten auch romantisch angehauchte Genrestücke zwischen Abendlied, Gebet, Humoreske oder Elegie von Orgelgrößen von Joseph Rheinberger bis Gabriel Fauré. Delepelaire zeigt sich als kunstvoller Meister der Klangfärbung mit einem geradezu filigranen Vibrato bis hin zu mikrofeinen Nuancen.

Ospital tariert das heikle Gleichgewicht zum Streichinstrument sensibel aus. Freien Lauf lassen darf er sich solistisch in der Sinfonia zur Kantate 29 von Johann Sebastian Bach. Hei, da schmettern die Trompeten auch auf der Orgel. Und in Mozarts Klavier-Variationen zu „Ah, vous dirai-je maman“ liefert er eine Ausarbeitung zu vielfältig gemischtem und den Stimmverlauf immer erhellenden Klang.

Bleibt Bachs Sonate G-Dur BWV 1027. Da deckt die Orgel auch mal Eleganz, Anmut und Weite des einleitenden Themas beim Cello oder die keck hüpfenden Kapriolen im zweiten Satz zu, rangeln auch mal Verzierungen miteinander. Aber das macht auch die Faszination aus: Grenzen im Detail zu spüren – und zu zeigen, wie weit man über sie hinaus dennoch dringen kann.

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