Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Camille Saint-Saens: Oratorio de Noel

Sonntag, 11. Dezember 2011, 18.00 Uhr

Weihnachtskonzert

und andere weihnachtliche Werke von Corelli („Weihnachtskonzert“), Gounod und Händel (Halleluja aus dem „Messias“)
Britta Stallmeister, Sopran
Diana Schmid, Mezzosopran
Ulrike Andersen, Alt
Daniel Jenz, Tenor
Sebastian Noack, Bass
Lambertichor Oldenburg, Kammerorchester St. Lamberti, Leitung: Tobias Götting
Karten ab dem 7.11. im Hörbuchladen Thye oder unter www.lamberti-kirchenmusik.de



Rezensionen

Einigung von Erhabenheit mit ruhiger Großartigkeit

Konzert Französische Weihnachtsmusik in der übervollen Lambertikirche - Virtuose Orgelimprovisation

Horst Hollmann in NWZ am 13.12.2011

OLDENBURG – Im sechsten Abschnitt flattert plötzlich die Musik sturmfrisch herein, so als habe Verdi dem Franzosen Camille Saint-Saëns in dessen ?Oratorio de Noël? ein paar Noten unterschoben. Klingt in den Streichern nach Troubadour. Passt auch zur Textstelle ?Warum denn rasen und toben die HeidenŤ? Doch die Böen ebben schnell ab. ?Ehre? wird Vater, Sohn und heiligem Geist sofort wieder ganz keusch gesungen. Das Weihnachtsoratorium des 23 Jahre alten Franzosen stellt Musikern die himmlische Aufgabe, die schlichte Innigkeit vor dem Absturz in eine höllische Naivität zu bewahren. Tobias Götting ist in der fast übervoll besetzten Lambertikirche ein Gestalter, der diese Gefahren kennt. Mit Lambertichor, einem Solisten-Quintett und dem Lamberti-Kammerorchester bestimmt er inmitten der flie�enden Melodik und der romantischen Lyrismen die Vereinigung von Erhabenheit mit ruhiger Gro�artigkeit. Er scheut keine Innigkeit, vernebelt sie aber nie mit Weihrauch. In Lamberti wird das keine Musik, die in naiver Verniedlichung nur dem lieben Gott den Bart krault. Mit Bachs Weihnachtsoratorium hat das Werk des Franzosen nichts gemein. Da soll man sich auch durch das ?Prélude dans le style de Séb. Bach? nicht auf eine falsche Fährte locken lassen. In seiner Beschränkung auf Streicher, Orgel und Harfe deutet es eher auf Mendelssohn. Der Chor hat keine höher anspruchsvollen Aufgaben zu meistern, aber er singt mit Lust und Kunst. Die Solisten zeichnen nicht weich und vertiefen die Ahnung dafür, wie viel Dramatik der Komponist gern seinen lateinischen Texten zugefügt hätte: Britta Stallmeister und Diana Schmid (Sopran), Ulrike Andersen (Alt), Daniel Jenz (Tenor), Sebastian Noack (Bass). Prächtig geschult hat sich der Chor an den französischen Weihnachten von Charles Gounod (?Bethléem? und ?Noël?) und einem Ave Maria von Joseph Rheinberger. Zielbewusst zieht Frédéric Blanc an der Orgel seine Improvisation über deutsche und französische Weihnachtslieder bis zu einer gro�en Steigerung und Jubel im Kirchenrund auf. Nicht einmal den Zimbelstern wie Gounod benötigt der Organist, der an der gro�en Cavaillé-Orgel an Notre Dame-d?Auteuil in Paris zu Haus ist. Vielleicht haben die Oldenburger nicht ganz der sinnlich unkomplizierten Freude der französischen Komponisten vertraut. Also haben sie das Programm mit dem Weihnachtskonzert von Corelli und dem ?Halleluja? aus Händels ?Messias? umrahmt. Hätte es gar nicht gebraucht. Aber den monumentalen Händel versehen sie mit drei Ausrufezeichen. Nun kann es Weihnachten werden.

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