Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Capella Antiqua Bambergensis

Freitag, 8. Juli 2011, 19.00 Uhr

Mittelalterliches Konzert

Die Capella Antiqua Bambergensis lässt auf ihren Konzerten über 60 mittelalterliche Instrumente erklingen, dabei wird sowohl auf größtmögliche Authentizität der Instrumente Wert gelegt.
Gemeinsam spielen sie in diesem Jahr aufgrund der großen Erfolge der vergangenen Konzerte mit der Harfenistin und Sopranistin Arianna Savall und dem norwegischen Musiker Petter Udland Johansen.

Karten (24,- / erm. 18,- ) im Vorverkauf nur im Landesmuseum Natur und Mensch und an der Abendkasse.



Rezensionen

Aufs Tanzen verzichten Konzertbesucher dann doch

St. Lambertikirche Capella Antiqua Bambergensis belebt plastisch Musik des Mittelalters

Horst Hollmann in NWZ am 30.08.2017

OLDENBURG – Die Musiker der Capella Antiqua Bambergensis hätten ein gutes Auskommen gehabt, gerade in jener Zeit, die sie am Freitag so plastisch in St. Lamberti auferstehen lassen. Im 13. Jahrhundert wurden Spielleute bei Hofe so lange beherbergt und versorgt, wie sie mit ihren gesungenen Geschichten Adelige und Höflinge begeistern konnten. Dem Sextett wären schon im Mittelalter ausgedehnte Aufenthalte und wärmste Weiterempfehlungen sicher gewesen. Man dachte damals bereits ökonomisch und werbewirksam. Das Nibelungenlied, jenes anonyme zeitlose Hel-den-, Liebes- und Rache-Epos, weitete sich allmählich über Tausende von Strophen. Damit lie�en sich viele Konzertfolgen bestreiten. Die Bamberger beschränken sich auf zehn Verse, aufgelockert durch Tanzsätze. Es bedarf des Spürsinns und der Intelligenz der Bamberger, um Musikgeschichte derart am Leben zu halten. Zwischen zarter Delikatesse und hemdsärmeliger Robustheit beherrscht die Stammbelegschaft des Capella den improvisatorischen Stil: Dr. Wolfgang, Andreas, Anke und Thomas Spindler. ?Einen kleinen Lastwagen? haben sie mit allen Instrumenten gefüllt. Fideln, Harfen, Zink, Drehleier, Sackpfeifen, Flöten, Trommeln, Schlagwerk, gar ein Richtung Saxofon klingendes Chalumeau zählen zur Ausstattung. Die renommierten Spezialisten Arianna Savall und Petter Udland Johansen bereichern diesmal das Ensemble. Savall mit gotischer Harfe einem Sopran voll feinster Lyrik, Johansen mit der resonanzreichen Fidelvariante Haringfele und epischem Rezitativgesang. Der Osloer Johansen dürfte der ideale Gestalter der norwegischen Version des Rolandsliedes sein. Meistens sind nur Melodien überliefert. Die Kunst, heute wie vor Jahrhunderten, liegt in der ideenreichen Improvisation. Da sind die Bamberger Meister. Ihre Freizügigkeit im Umgang mit den kargen Vorlagen wirkt akribisch und fundiert. Floskeln werden nicht ausgewalzt. Es gibt bei aller Farbigkeit keine Überzeichnung. Fast verhalten ist ihr Interpretationsstil. Auch Alfonso el Sabio blieb bei aller Genialität seiner ?Cantigas de Santa Maria? von 1250 ein Praktiker. In schlaflosen Nächten sangen die Pilger in der Kirche. Dazu musste der weise Alfonso ein paar hundert Strophen vertonen. Ja, oft tanzten sie sogar dabei. Dazu aber lassen sich die Oldenburger, bei aller Begeisterung, dann doch nicht hinrei�en.

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