Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Die Welt der ORGELIMPROVISATION Frédéric Blanc (Paris), Orgel

Sonntag, 27. April 2003, 18.00 Uhr

Frédéric Blanc (Paris) gilt international als einer der führenden Improvisatoren in der Tradition von Marcel Dupré und Pierre Cochereau. 1999 errang er u.a. den Grand Prix d’Improvisation de la Ville de Paris. Auf dem Programm stehen Werke von Cochereau, Duruflé und natürlich eigene Improvisationen.



Rezensionen

Virtuos sowohl in Technik wie in Musikalität

Frédéric Blancs hohe Kunst der Orgelimprovisation in Lambertikirche

Reinhard Rakow in NWZ am 20.05.2003

Frédéric Blanc gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der jungen französischen Orgelschule. 1997 wurde ihm der Gro�e Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb der Stadt Paris zuerkannt. Weltweite Tourneen begründeten seinen Ruf als den eines herausragenden Improvisators. Das Konzert, das er in St. Lamberti gab, unterstrich die Berechtigung dieses Renommees nachdrücklich: im ersten Teil mit der Interpretation fremder Werke (Händel, Vierne, Tournemiere, Cochereau) und darin eingebundener, (teils nach Plattenaufnahmen) rekonstruierter Improvisationen, im zweiten Teil mit eigenen, freien Improvisationen über gegebene Themen. Blancs Spiel zeichnet sich aus durch Virtuosität bei stupenden technischen Möglichkeiten, vor allem aber durch eine hohe Musikalität, der sowohl die sensible, fast dialogische Auslotung der Grenzen und des Charakters des Instrumentes (hier der Führer-Orgel mit ihren 50 Registern) wie auch die hinter aller kompositorischen Komplexität sichtbare geistige Durchdringung der Werke zu danken ist ? spürbar bei Händels Concerto B-Dur mit einer eigenen, die Motivik kongenial ausdeutenden Kadenz, in der behutsamen wie effektvollen Akzentuierung von Tournemires Musiksprache und schlie�lich, bei Viernes ?Westminster?-Fantasie, im Verweben des flirrend-meditativen Klangteppichs mit der kantabilen Entwicklung des bildhaften Themas. Hieran knüpfte, logisch stringent, der zweite Teil mit eigenen Improvisationen an. Kreiskantor Tobias Götting hatte Blanc kurz zuvor drei Themen übergeben: ?St. Lamberti?, ein Zitat Saint-Exupérys aus dem ?Kleinen Prinzen?, zahlenalphabetisch notiert, und die ?liebliche-Maien?-Weise. In St. Lamberti schenkte Blanc seinem Publikum beglückendes Erleben rauschhaft dichter Klangsensationen. Phantasmagorien unterschiedlichster Farbigkeit und zarte Lyrik anrührender Intimität durchdrangen sich in weit geschwungene Bögen; dann wieder Klangfraktale, in überraschenden Volten einbezogen in ein komplexes Strukturgeflecht aus orchestraler Pracht, majestätischer Wucht und köstlicher klaviristischer Delikatesse. Langer Applaus.

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