Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Englische Weihnacht

Sonnabend, 8. Dezember 2012, 18.00 Uhr

Knabenchöre in St. Lamberti

Motetten und Carols zu Advent und Weihnachten von der Renaissance bis zur Gegenwart (u.a. Britten: A Ceremony of Carols)
mit dem Tiffin Boys‘ Choir aus Kingston upon Thames (Oldenburgs Partnerstadt)
Leitung: Simon Toyne
Eintritt 10,-, erm. 8,- nur an der Abendkasse ab 17 Uhr.



Rezensionen

Großer Auftritt nach Anreise-Abenteuer

Knabenchor aus britischer Partnerstadt begeistert mit 100 Minuten in Lambertikirche

Andreas R. Schweiberer in NWZ am 10.12.2012

OLDENBURG Unter abenteuerlichen Umständen kamen die Knaben des ?Tiffin Boys? �Choir? aus Oldenburgs Partnerstadt Kingston-upon-Thames erst um 1 Uhr nachts hier an. Eine Fähre hatte sich wegen der Witterung um vier Stunden verspätet. Dennoch merkte man den in schwarz-rot gestreiften Jacketts auftretenden Jungen am Sonnabend beim Konzert in der Lambertikirche keine Müdigkeit an. Unter der Leitung von Simon Toyne, der auch ? abwechselnd auf Englisch und auf Deutsch ? launige Ansagen machte, sang der renommierte, ja, herausragende Knabenchor Werke des 20. und des 21. Jahrhunderts. Die sechs Chorwerke sowie die beiden Orgelwerke bezogen sich thematisch auf das Weihnachtsgeschehen. ?Englische Weihnacht?, wie das Programm hei�t, meint hier aber Volkstümliches aufgreifende Kunstmusik, die zwar eindringlich gesungen wurde, aber alles andere als gefühlig und kitschig wirkte. Benjamin Brittens 1942 komponiertes Werk ?A Ceremony of Carols? beginnt und endet mit der gregorianischen Antiphon ?Hodie Christus natus est? , die vom Chor hineinkommend und herausgehend gesungen wird, was sofort an Mittelalterliches, Mönchisches denken lässt. Auch die Musik unterstreicht diesen zeremoniellen, fast theatralischen Aspekt. Zehn Gesänge auf Mittelenglisch und ein auf der Harfe (Annika Wirth) gespieltes Interlude sind thematisch zu einem in sich runden Chorzyklus zusammengebunden, die der Chor bewundernswert klar, deutlich, präsent, durchsichtig, manchmal verhalten, manchmal auch zupackender sang. Zwischen dieser ?Ceremony? und drei anspruchsvollen Chorstücken von John Tavener spielte Max Barley Kenneth Leightons ruhige ?Fantasie über Veni Immanuel? auf der Orgel, was dem Chor Zeit gab, sich auf die Empore zu begeben, um von dort aus mit ?Angels?, ?Mother of God, here I stand? und ?Hymn to the Mother of God? in gro�er Konzentration und bei der abschlie�enden Hymne auch in gebändigter Ekstatik eine intensive, fast rituelle Wirkung zu entfalten, die die Zuhörer zu Ovationen hinriss. Ein sehr rhythmisches, kraftvolles Werk, ?Patapan? hatte ein Schüler der Tiffin School, ein staatliches Gymnasium mit einem speziellen Musikzweig, komponiert. Es erklang hier neben der bekannten Hymne ?In the bleak of midwinter? von Gustav Holst, die emotional am stärksten wirkte und bei aller Wärme auch ein wenig sü�lich daherkam. Bei den Chorwerken begleitete die Orgel, die auch zwei modern arrangierten Traditionals, ?A Virgin most pure? und ?Sussex Carol?, Form und Rahmen gab. Das ?Postlude on Mendelssohn? von David Willcocks verarbeitet auf der Orgel Themen von englischen Weihnachtsliedern zu einem Reigen bunter Harmonien. Als erste Zugabe sangen die jungen Briten eine furiose und sehr kunstvolle Interpretation von ?Jingle Bells?. Mit dem deutschen ?Geistlichen Lied? op. 30 von Johannes Brahms endete ein 100 Minuten andauerndes Lehrstück des Knabenchorgesangs.

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