Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Four Sax, Four Voices!

Sonntag, 19. Juni 2011, 18.00 Uhr

Chorkonzert

The RaschÄŤr Saxophone Quartettund der Kleine Cäcilienchor Oldenburg
mit Werken von J.S. Bach, Gia Kantscheli,
Philip Glass und anderen
Leitung: Thomas Bönisch
Karten zu 15,- 10,-
im Info-Zentrum Markt 17



Rezensionen

Nur versteckt und leise ertönt am Ende das Halleluja

Konzert Rasch�Ťr Saxophone Quartet und Kleiner Cäcilienchor Oldenburg unter Thomas Bönisch

Werner Matthes in NWZ am 21.06.2011

OLDENBURG – Selten verlässt man Konzerte mit der Gewissheit, man habe alles, was aufgeführt wurde, noch niemals gehört. Das Gastspiel des amerikanischen Rasch�Ťr Saxophone Quartet, zusammen mit einem Auftritt des Kleinen Cäcilienchors Oldenburg in der Lambertikirche, war ein solches Konzert, einer Entdeckungsreise vergleichbar, die Wagners berühmten Ausspruch erfüllt: ?Kinder, schafft Neues!? ?4 sax 4 voices?, das Markenzeichen des exzellenten Bläserensembles, beschreibt nur unvollkommen, was in ihm ?steckt?. Technische und musikalische Qualitäten sind vollendet aufeinander abgestimmt. Die wunderbare Ausgeglichenheit, Klarheit und (oftmals kaleidoskopisch wechselnde) Färbung der Stimmen, die Disziplin und Geschmeidigkeit jeder Stimme wie des ganzen Ensembles, die bestechende Fähigkeit zu phrasieren und zu akzentuieren ? all das verbindet sich zu einem Eindruck, der stets lebendig, erfühlt und jenseits aller Stilprobleme ?richtig? wirkt. Nur einem solchen Ensemble kann es gelingen, den komplexen Kosmos Bachscher Polyphonie (Contrapunctus IV und XI aus ?Die Kunst der Fuge? BWV 1080), seine analytische und sensuelle Seite ganz zu erfüllen. Stilsicherheit des Saxophon-Spiels und subtile Klangverschmelzung der Instrumente (im Original Blockflöten und Gamben) mit dem Vokalpart brachten in Bachs gro�artig formstrenger Trauerkantate ?Actus tragicus? das eindrucksvollste Ergebnis zustande. Gesungen wurde freilich auch glanzvoll und technisch perfekt, und dass der Kleine Cäcilienchor auch solistische Ansprüche mühelos meistert, war in diversen Solopartien eindrucksvoll zu erfahren. Und die RaritätenŤ Wann hört man schon Wilhelm Weismanns schöne und tiefgründige, harmonisch farbige A-cappella-Motette für Solo und gemischten Chor ?Der 23. Psalm?Ť Wann hört man ein Werk des amerikanischen ?Minimalisten? Philip Glass, gar ein Auftragswerk für das Rasch�Ťr-Quartett (zwei Sätze aus dem ?Concerto for Saxophone Quartet?), in dem sich motorische, tanzend pulsierende rhythmische Standards und repetitive Melodik reizvoll verbindenŤ Die Sensation, angelehnt an orthodoxen Mönchsgesang, stand am Ende: Des Georgiers Gija Kantschelis ?Amao omi? (Sinnloser Krieg) für Solo, gemischten Chor und Saxophonquartett. Da wird, ohne experimentellen Beigeschmack und ohne zitierte Folklore, eine Klangwelt von atmosphärischer Dichte und Suggestivkraft beschworen, die man nicht ahnte. Von Exklamationen, ?schlagenden? Explosionen bis zu Lamento-Tönen und entrückter Inbrunst spannt sich ein Panorama bedeutungsvollster, bilderreicher Kontraste. Der Faszination von chorischem Mischklang, der artifiziellen Verbindung von Instrumenten und Chor konnte sich niemand entziehen. Ovationen.

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