Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Gioachino Rossini: Petite Messe Solennelle

Sonntag, 3. Juni 2012, 18.00 Uhr

für Soli, Chor, Harmonium und Klavier
Ryoko Morooka, Harmonium
Philipp Moll, Klavier
Johanna Winkel, Sopran
Wiebke Lehmkuhl, Alt
Mirko Ludwig, Tenor
Sebastian Noack, Bass
Lambertichor Oldenburg, Ltg. Tobias Götting
Karten über unsere Vorverkaufsstellen und diese Homepage



Rezensionen

Wenn ein Opernkomponist eine Messe schreibt

Tobias Götting leitet Rossinis ?Petite Messe solennelle? in der Oldenburger Lambertikirche

Werner Matthes in NWZ am 05.06.2012

OLDENBURG – Ihre stilistische Position und Nähe zur Oper, die ungewöhnliche Besetzung mit Klavier und Harmonium, schlie�lich Rossinis selbstkritischer wie ironisch gemeinter Brief, der den ?lieben Gott? um Verzeihung bittet für die ?leider letzte Todsünde meines Alters? und fragt: ?Ist es wirklich heilige Musik, die ich da gemacht habe, oder am Ende gar Musik des TeufelsŤ? All das gibt Rossinis ?armer kleiner Messe?, deren Autor Gott schriftlich preist mit der Bitte, ihm das Paradies zu gewähren, eine leicht exzentrische Aura. Ein musikalisches Paradies auf Erden traf man hinsichtlich der chorischen Leistung wie der gesamten Aufführung an, die jetzt, bewegend schön und den Wesenskern treffend, in der Oldenburger Lambertikirche zu hören war. Ganz souverän, inspiriert vom besonderen, heiteren, nicht immer sakral anmutenden Geist der Musik, verleiht Tobias Götting den Dimensionen des Werkes ein exzeptionelles Profil. Form und melodische Fülle gewinnen, jenseits schmachtender Inbrunst, Gestalt: mit technischer Akkuratesse und Disziplin, feiner Dynamisierung und Akzentuierung, Schwungkraft und äu�erster Durchsichtigkeit. Der Lambertichor zeigte sich als eminent homogener, ausbalancierter und wendiger Klangkörper, kraftvoll strahlend im Forte, geschmeidig im Piano. Die Prägnanz harmonisch verblüffender Wendungen und behänder Rhythmen, die Transparenz und Klarheit alt-polyphoner Partien und Chorfugen stehen technisch dafür, im Ausdruck indes, bei aller Leichtigkeit, ein oft ergreifender und expressiver, von ernsthafter Gläubigkeit zeugender Gesang. Ein exzellentes, wohlabgestimmtes Solistenensemble, das Weite und Gro�räumigkeit der opernnahen Partien nicht scheute, stand zu Gebote: Johanna Winkel mit ausdrucksstark aufleuchtendem, bedeutungsvoll und präzise akzentuierendem Sopran (Crucifixus), Wiebke Lehm-kuhl mit wunderbar rundem und klangreichem, die flehenden Exklamationen des ?Agnus? eindrucksvoll und sensibel gestaltendem Alt von warmem Glanz. Der Tenor Mirko Ludwig, mit seinem Part dem Opernstil wohl am nächsten, zeigte eine kraftvolle, nur gelegentlich etwas angestrengt erscheinende Stimme mit viel Durchschlags-Wirkung. Sebastian Noack sang den Basspart machtvoll strömend, markant und suggestiv. Überlegene Sachwalter ihrer Instrumentalparts, solistisch wie im Kontakt mit den Sängern: Phillip Moll am Flügel und Ryoko Morooka am französischen Druckwindharmonium, baugleich mit dem Instrument bei der Pariser Uraufführung des Werkes (1863).

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