Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

Sonntag, 18. November 2018, 18.00 Uhr

Talia Or (Sopran)
Stefanie Iranyi (Mezzosopran)
Tobias Haaks (Tenor)
Christian Immler (Bass)
Sinfonietta Oldenburg
Lambertichor Oldenburg
Tobias Götting Leitung

Karten ab dem 10. September bei markt 17, Isensee, Thye, LzO sowie direkt hier im Online-Ticketverkauf

Giuseppe Verdi


Rezensionen

Großdimensionierte Totenmesse berührt Publikum

Andreas R. Schweiberer in NWZ am 20.11.2018

Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“ gehört neben den Requiem-Vertonungen von Mozart, Cherubini, Berlioz und Brahms zu den ganz bedeutsamen.

Die Aufführung in der Lamberti-Kirche unter der souveränen Leitung von Kirchmusikdirektor Tobias Götting stand ebenfalls ein für den sehr lebendigen und lebenszugewandten Charakter dieser großdimensionierten Totenmesse. Mit der Sinfonietta Oldenburg und dem Lambertichor standen zwei schlagkräftige und die stellenweise massive Ausdrucksgewalt auch tragende Ensemble zur Verfügung. Die außerordentliche Melodik und Klangpracht des Werkes für großes Aufgebot wurde von Götting durch zwei kluge Schachzüge unterstützt: Die Blechbläser und das Schlagwerk agierten von den Emporen – die Holzbläser und Streicher postierten sich vor dem Chor – und die Sopran- und Altstimmen stellte Götting rechts und links seitlich von den mittig stehenden Männerstimmen auf, und zwar noch einmal geteilt, also rechts wie links Soprane und Altstimmen. Im Verlauf der genau eineinhalb Stunden langen Aufführung zeigte sich an einigen markanten Stellen die klanglich-musikalische Berechtigung dieser Umstellmaßnahmen.

Verdis Requiem lebt vom gelungenen Wechsel von Chor- und Solopassagen. Das Soloquartett (die Sopranistin Talia Or, der Mezzosopran von Stefanie Iranyi, Tobias Hacks als Tenor und der Bass von Christian Immler) singt in der für Verdi kennzeichnenden Schwebe zwischen Oper und ernstem Ausdruck. Belcanto mit Tiefgang wäre, salopp formuliert, das Ausdrucksideal. Bezeichnenderweise hatte das Soloquartett seine stärksten Momente als Trio oder als Quartett, eingeschoben zwischen die sehr runden und warmen Chorpartien etwa des Offertoriums.

Die Mehrzahl der Passagen des Requiems klingen tröstlich und dem Leben zugewandt, aber die klassischen Stellen des „Dies irae“ bringen Zorn und Verzweiflung so plastisch, so schrill, so gewalttätig zu Gehör, dass auch die langsam wieder abschwellende tönende Übermacht die ganze Aufführung über präsent bleibt und an einigen markanten Punkten von Verdi noch einmal zu Gehör gebracht wird.

Dieses Auskosten der Extreme, Gewalttätigkeit hier, Beruhigung und Zuversicht dort, bestimmte die Wiedergabe und ließ gewiss niemanden im voll besetzten Rund der Lambertikirche ungerührt.

Nachdem ein letztes Mal ein rasendes „Dies irae“ erklang, das dann vom Vokalquartett abgefangen und auf die tröstliche Zuversicht, dass Jesus den Toten die ewige Ruhe schenken möge, zurückgeführt wurde, blieb es minutenlang still , bis das ergriffene Auditorium zum begeisterten Beifall ansetzte.

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