Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Gloria G-Dur Orgelkonzert Sinfonietta Litanies ŕ la vierge noire Weihnachtsmotetten

Sonntag, 15. Dezember 2013, 18.00 Uhr

Weihnachtskonzert
Hommage ŕ Francis Poulenc III
(1899-1963)

 

Johanna Winkel (Sopran)
Erwan Le Prado (Orgel)
Sinfonietta Oldenburg
Lambertichor Oldenburg
Capella St. Lamberti
Ltg. Tobias Götting

Karten zu 22,- / 19,- / 17,- / 15,- ab dem 28.10. über unsere Vorverkaufsstellen und diese Homepage.



Rezensionen

Musik zwischen Offenheit und Versteckspiel

Tobias Göttings umfangreiche �Hommage ŕ Francis Poulenc� mit Chor und Orchester

Horst Hollmann in NWZ am 16.12.2013

Von �Sauerkraut-Pathos� hielt die berühmte Pariser Komponisten-�Groupe des Six� nichts. Francis Poulenc als einer ihrer Vertreter verabscheute romantisch angehauchten Klangnebel. Doch welches Pathos hat er an diese Stelle gesetztŤ Aus der intensiven �Hommage ŕ Poulenc� in der voll gefüllten Lambertikirche gehen die gebannten Zuhörer mit der Erkenntnis: Wenn es ernst wurde, hat der Franzose (1899 � 1963) sein Gesicht gern hinter einer runden Clowns-Nase versteckt � bis auf Ausnahmen. Gerade diese Unverstelltheit hat Kantor Tobias Götting in wärmendes Licht gerückt. Die �Litanies� für die schwarze Jungfrau für Frauenchor künden vom Bruch in der Mitte von Poulencs Leben, von dem an er sich der Kirchenmusik zuwandte. Da tritt, wie auch in den vier Motetten zur Weihnachtszeit, eine einfachere Linienführung in den Vordergrund. Die Raffinesse der Kompositionskunst bleibt dennoch spürbar. Der Lambertichor und die Capella St. Lamberti lassen der manchmal sopranlastigen Musik ihre sü�e Süffigkeit. Die hohen Soprane intonieren sauber. Alle Stimmen singen hoch kultiviert und in sich homogen. Götting ist über viele Jahre eingehend mit der Melodik und Gestik, der Lebendigkeit und vor allem der ehrlichen Empfindung Poulencscher Musik vertraut. Er wei�, wo Zahnschmerzen beginnen würden. Das Konzert für Orgel, Streicher und Pauken strahlt mit Erwan Le Prado aus Caen als bestimmendem Solisten eine zuversichtliche Ernsthaftigkeit aus. Gegensätze führt er nicht in Konflikte hinein, sie sind belebende Abwechslung. Das Orchester, zum gro�en Teil mit Musikern des Staatsorchesters bestückt, demonstriert in der �Sinfonietta� von 1938 Poulencs Freude an herausgeputztem Esprit und Spielwitz sowie die eigenen virtuosen Fertigkeiten. Doch der Raumhall wirft insgesamt zu viel Gewicht auf diese unsentimental elegante Musik. Das prägnanter Filmmusik nahe stehende �Gloria� ist von vornherein eher auf den Kirchenraum ausgerichtet, auch in den wuchtigen Bläser-Episoden des Orchesters. So erscheinen die forsche Marschgestik des Eingangs und die lyrischen Partien verständlich und packend freigelegt. Die Chöre reizen alle dynamischen Schattierungen aus. Darüber singt Johanna Winkel mit ihrem jubelnden Sopran die opernhafte Melodik in einem riesigen Bogen aus. Diese umfängliche höchst verdienstvollen Übersicht lehrt viel über Francis Poulenc: Seine Musik, oft alten Formmodellen anhängend, ist in ihrer einfachen Ehrlichkeit ungemein empfindlich und in ihrem gewollten Versteckspiel und in ihrem ungewollten Kitsch auch verwirrend. Götting und seine Sänger und Instrumentalisten haben vorgesorgt: Sie setzen fulminant als Schlussstrich Händels �Halleluja� aus dem �Messias� darunter. Da ist die Welt dann wieder in sich fest gefügt.

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