Musik in St. Lamberti Oldenburg
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„Hommage ŕ Francis POULENC” Stabat mater, Gloria G-Dur Sinfonietta

Sonntag, 6. Mai 2007, 19.00 Uhr

Britta Stallmeister, Sopran
Lambertichor Oldenburg
Sinfonietta Oldenburg
Leitung: Tobias Götting
Kartenvorverkauf im Hörbuchladen Thye und hier im Online-Ticketverkauf



Rezensionen

Ein Mann schöpft aus zwei Welten

Poulenc-Konzert unter Tobias Götting in Oldenburgs Lambertikirche

Volker Timmermann in NWZ am 08.05.2007

OLDENBURG – Die charakteristische, zwischen ?Lausbub und Mönch? (Claude Rostand) changierende Ambivalenz in der Musik von Francis Poulenc (1899?1963) brachte nun Lambertikantor Tobias Götting in einer Poulenc gewidmeten Hommage beeindruckend in Oldenburgs Lambertikirche zur Geltung. Der Komponist hat die beiden Seiten seines Schaffens als Ausdrucksformen seines vielgestaltigen Wesens empfunden. Die ?Sinfonietta? für Orchester von 1947, über die er ein wahres Füllhorn melodischer Einfälle ausschüttet, in den schnellen Sätzen augenzwinkernd und ohne jede Oberflächlichkeit Jazziges und Populäres einbezieht, ist ohrenfälliges Beispiel. Das Orchester ?Sinfonietta Oldenburg? ? technisch auf hohem Niveau ? wusste diese sprühende Musik mit auskostender Spielfreude und schillernden Orchesterfarben blendend in Szene zu setzen. Das Orchester lie� dennoch den hintergründigen Gehalt deutlich hervorscheinen. Die andere, von tiefer Religiosität geprägte Seite von Poulenc zeigt sich in seiner erst spät verfassten Kirchenmusik, etwa im ?Stabat Mater? von 1950. Göttings Lambertichor überzeugte mit Gestaltungskraft und grö�ten dynamischen Kontrasten, dazu einer über die chortechnischen Schwierigkeiten dieser Musik erhabenen Notensicherheit. Solistin Britta Stallmeister nutzte ihren hell glänzenden Sopran zur hingebungsvollen Gestaltung. Im ganz späten ?Gloria? von 1960 zum Beispiel lässt sich wohl am meisten finden aus beiden Welten, aus denen Poulenc schöpfte. Neben einen kecken Satz stellte Poulenc innige Abschnitte. Göttings Ausgestaltungen, Stallmeisters grandioser Gesang, die präsente, selbst im Forte noch sprachverständliche Kultur des Lambertichores und die transparente Präzision der Sinfonietta vollendeten dieses gro�artige Konzert. Das Publikum in der voll besetzten Lambertikirche dankte mit begeistertem, minutenlangem Applaus.

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