Musik in St. Lamberti Oldenburg
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"Im Dialog"

Sonnabend, 7. September 2013, 18.00 Uhr

„40 Jahre Demantius Chor Oldenburg“

Werke des Namensgebers Johann Christoph Demantius in musikalischer oder inhaltlicher Gegenüberstellung zu anderen Komponisten verschiedener Epochen.
Ltg. Dorothee Bauer
Tobias Götting, Orgel



Rezensionen

Warme und unverschnörkelte Wiedergabe entzückt

Demantius-Chor feiert mit gro�em Konzert 40-jähriges Bestehen in Lambertikirche

Matthias Schweiberer in NWZ am 10.09.2013

OLDENBURG Es gibt viele Schütz-, Händel- und Bach-Chöre, aber weltweit nur einen Demantius-Chor. Gegründet wurde er 1973 anlässlich der Aufführung der Johannes-Passion von Johannes Christoph Demantius (1567-1643) in Oldenburg. Auch nach 40 Jahren erarbeitet sich der etwa 30-köpfige Chor hauptsächlich geistliche A-cappella-Musik. Das Konzert zum Jubiläum, �Im Dialog�, suchte nicht nur den Dialog zwischen Chor (Leitung: Dorothee Bauer) und Orgel (Tobias Götting), sondern auch zwischen Spätrenaissance � Demantius! � und Moderne, und nicht zuletzt auch zwischen Chor und Publikum. In der vollbesetzten Lamberti-Kirche erklangen in 90 Minuten drei Orgel- und neun Chorwerke. Der anvisierte Dialog zwischen Chorwerken und zwischengeschobenen Orgelwerken von Frescobaldi, Vierne und Francaix wurde nicht evident, dafür gab es stilistisch besonders bei den französischen Werken zu wenig Anknüpfungspunkte. Die Chorwerke, und hier besonders die vier von Demantius, eigneten sich bestens, die gesanglichen Qualitäten des Chores herauszustellen. �Das ist mir lieb�, der Psalm 116 in der Vertonung von Demantius, ist ein vielschichtiges, erstaunlich expressives Werk, das teilweise die berühmte �Klangrede� von Heinrich Schütz vorwegnimmt, aber auch an die venezianische Klangpracht und chorische Opulenz erinnert. Die warme, direkte und unverschnörkelte Wiedergabe entzückte die Hörer. Vom schwedischen zeitgenössischen Komponisten Sven-David Sandström stand mit �En ny himmel och en ny jörd� (Ein neuer Himmel und eine neue Erde) ein ambitioniertes Werk auf dem Programm, ebenso streng wie dramatisch aufgeladen, voller Schwierigkeiten, eine Messlatte, die erkennen lie�, wie sicher der Chor intoniert, wie lebendig auch schwere Kost vorgetragen werden kann. Die beiden Schlussworte �allting nytt� (alles neu) wurden erst gesungen, dann mehrmals beschwörend gemurmelt, so, als wenn Gottes Sprechen: �Siehe, ich mache alles neu!� von den Menschen aufgegriffen und aus dem Versprechen von Gott eine Forderung an Gott würde: Alles neu! Die Motette �Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz� von Johannes Brahms gehört zum wirklich schweren Repertoire eines mehrstimmigen Chores. Der auf Kürzel kondensierte Ausdruck muss entfaltet werden, ohne die Kürze, Strenge und Sprödigkeit zu überladen. Nicht nur technische, vor allem darstellerische Kongenialität ist vonnöten, und ein gro�artiger Chor wird es als Ansporn mitnehmen, zum 50. Jahrestag noch ein wenig expressiver und exakter zu sein.

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