Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Jan Garbarek & The Hilliard Ensemble Officium Novum

Freitag, 18. Februar 2011, 20.00 Uhr

Die Kulturetage präsentiert:

Karten über den Hörbuchladen Thye (Zweitausendeins) und diese Homepage.



Rezensionen

St. Lamberti mit unverkennbarem Klang erfüllt

Konzert Saxophonist Jan Garbarek liebt die Stille ? Gemeinsam mit Hilliard Ensemble zu Gast

Volker Timmermann in NWZ am 21.02.2011

Oldenburg – Er ist sicher keiner, der zu viel redet mit seinem Instrument. Jan Garbarek, der norwegische Saxophonist, gilt als gro�er Schweiger und sagt selbst, dass er die Stille lieben würde. Sparsamkeit im Umgang mit Tönen ist eines seiner Markenzeichen. Um so mehr wirkt jeder einzelne Klang. Doch in St. Lamberti, mit dem Hilliard Ensemble, hätte selbst Garbarek wohl gern ein wenig mehr gespielt. Garbarek hatte, wie später vom Veranstalter dem Publikum erklärt wurde, mit erheblichen Magenproblemen zu kämpfen ? gerade für einen Bläser mehr als unangenehm. Es zeugt von der Professionalität des Norwegers, dass er überhaupt an diesem Abend spielte. Garbareks ganz besonderer Ton war trotz solcher Umstände bestens zu vernehmen. Unverkennbar ist der Klang, den er seinem Sopransaxophon entlockt, er wirkt bisweilen geradezu unterkühlt und emotionalisiert trotzdem ? ein weiteres Markenzeichen des Meisters aus dem hohen Norden. In St. Lamberti umgarnte er die Sänger des Hilliard Ensembles (Countertenor: David James, Tenöre: Rogers Covey-Crump und Steven Harrold, Bariton: Gordon Jones), setzte Gegenakzente, um im nächsten Augenblick mit dem Vokalquartett gleichsam als fünfte Sängerstimme zu verschmelzen. Die Hilliards gehören mit ihren immensen stimmlichen Qualitäten auch Jahrzehnte nach ihrer Gründung zur obersten Liga. Dass sie sich diesmal ein paar kleine Intonationstrübungen erlaubten, schadete der eindrucksvollen Schönheit und Wirkung ihres Gesanges nicht. Neu ist die Vermischung von Saxophon und alten Gesängen nicht: Schon 1994 taten sich das britische Vokalquartett und der Saxophonist erstmals zusammen. Die damals entstandene Platte ?Officium? wurde zum Sensationserfolg. Kein Wunder, dass die Kirche in Oldenburg längst ausverkauft war. Jetzt haben die Fünf ?Officium Novum? aufgenommen, und schauen damit gen Osten: Insbesondere armenisch ostkirchliche Gesänge, einst gesammelt und geordnet von Komitas Vardapet, prägen Platte wie Konzert. Am Ende des Abends, da hatte sich Garbarek längst zurückgezogen, durchwandern die Sänger die Kirche, lassen den Raum als Faktor in die Musik hinein flie�en, und verklingen schlie�lich weit entfernt in den Katakomben der Kirche. Auch dies hatte enorme Wirkung.

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