Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Joh. Seb. Bach: Motetten

Sonntag, 30. September 2018, 18.00 Uhr

333 Jahre Freude

„Der Geist hilft“ BWV 226
„Singet dem Herrn“ BWV 225
„Komm, Jesu, komm“ BWV 229
sowie Orgelwerke von Joh. Seb. Bach

Capella St. Lamberti
Karl-Ernst Went  Orgelpositiv
Niklas Sprenger  Violone
Tobias Götting Leitung und  Orgel

Die Bach-Motetten singt die Capella ebenfalls in Konzerten im Bremer Dom (27.9.), Ratzeburger Dom (28.9.) und St. Jakobi Lübeck (29.9.)

Eintritt frei – Spenden erbeten

Capella vor St. Pauls


Rezensionen

Große Kunst in St. Lamberti

In der St. Lamberti-Kirche stimmte alles: Die Darbietung des Chors, die Begleitung – und die Verpackung.

Andreas R. Schweiberer in NWZ am 02.10.2018

„Es gibt wohl kaum eine größere Vokalkunst als Bachs Motetten“ – wer so die Rückseite eines Programms mit Bachs doppelchörigen Motetten in der St. Lamberti-Kirche beginnen lässt, ist dem Werk des großen Meisters verfallen.

Kirchenmusikdirektor Tobias Götting hatte sich im Vorfeld des Konzerts am Sonntag nicht nur akribisch Mühe gegeben, drei der sechs Motetten von Johann Sebastian Bach mit der dreißigköpfigen Capella St. Lamberti einzustudieren, er hatte sich auch zur „Verpackung“ der Chorwerke Gedanken gemacht. Zwischen den drei Motetten platzierte er Choralbearbeitungen für die Orgel von Bach, die sehr gut zu den Motetten passten und durch eher einfache Stimmenführung und ruhigere Tempi Programm auflockerten und der Capella eine Verschnaufpause gönnten.

Die beiden ersten Motetten komponierte Bach für Beisetzungsfeierlichkeiten. „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ BWV 226 und „Komm, Jesu, komm“ BWV 229 sind textlich und musikalisch eher schwere Kost und so etwas wie Prüfsteine chorischer Gesangskunst. Die ganz spezifische Handschrift von Tobias Götting überzeugte auf ganzer Linie. Nicht allein durch die überragende Wiedergabe durch den Chor, sondern auch und gerade durch kleine aber nicht unwichtige Details.

Den Streit um a-cappella-Darbietung oder instrumentale Begleitung entschied Götting zugunsten einer reinen Basso continuo-Begleitung von Violone (Niklas Sprenger) und Orgel-Positiv (Karl-Ernst Went). Die Wirkung der Einzelstimmen verstärkte er durch eine gemischte Aufstellung der Capella.

Hinzu kam das von Götting gewohnt eindringliche und präzise Dirigat. Die Gesamtwirkung in der voll besetzten Kirche gab dieser Herangehensweise recht: Stimmliche Brillanz, Textverständlichkeit und technisch einwandfreies Intonieren lenkten das Ohr zum Ausdruck vertieften und verinnerlichten Sprechens der Seele mit Gott, transportiert über unsterbliche Tonfolgen und Harmonien, die ihresgleichen suchen. Ein Spitzenwerk der Musikgeschichte fand in Oldenburg eine überaus stimmige und überzeugende Wiedergabe.

Die das Konzert abschließende Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ BWV 225 mit echter Doppelchörigkeit – sogar die Texte sind über weite Strecken verschieden – gipfelte all diese chorischen Tugenden zu einer großartigen Gesamtleistung noch einmal auf.

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