Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Joh. Seb. Bach Weihnachtsoratorium I-III und Magnificat

Sonnabend, 12. Dezember 2015, 18.00 Uhr

Weihnachtskonzert

Veronika Winter Sopran

Marie Luise Werneburg Sopran

Wiebke Lehmkuhl Alt

Max Ciolek Tenor

Sebastian Noack Bass

La Dolcezza

Lambertichor Oldenburg

Tobias Götting Leitung

Eintritt 25,- / 23,- / 19,- / 17,- ab dem 26. Oktober über unsere Vorverkaufsstellen und hier im Online-Ticketverkauf.



Rezensionen

Alte Musik ganz auf Höhe der Zeit aufgeführt

Bachs Weihnachtsoratorium und Magnificat in Lamberti - Herausragende Aufführungen

Horst Hollmann in NWZ am 14.12.2015

Pauken! Mit fünf Achtelschlägen auf d-d-d-d-a leiten sie solo ins Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ein, locken Flöten und Oboen an. Und wenn die Girlanden der Streicher und Trompeten wie vom Himmel schweben, dann grundieren sie das vier Takte lang mit einem Wirbel auf D. Noch ehe der Chor zu jauchzen und zu frohlocken anhebt, legt dieser Einstieg die Richtung fest.

In der Lambertikirche baut sich bei den drei ersten Kantaten des BWV 248 und des voran gestellten Magnificat BWV 243 in zwei voll besetzten Aufführungen mitreißende Fröhlichkeit auf, gerahmt von gebührlichem Ernst. Sie wirken beherzt, aber nicht leichtsinnig. In der langen Reihe hervorragender Oratorien-Umsetzungen zählt diese wohl zu den intensivsten.

Kirchenmusikdirektor Tobias Götting hat das famose, auf 24 Musiker gewachsene Oldenburger Barockorchester „La Dolcezza“ zur Verfügung. Er baut auf fünf Solisten mit starken Konturen in ihrem Gesang: Veronika Winter und Marie Luise Werneburg (Sopran), Wiebke Lehmkuhl (Alt), Max Ciolek (Tenor) und Sebastian Noack (Bass). Die kennen ihren Bach nicht nur, sie lieben ihn auch deutlich. Dazu führt er seinen Lambertichor ins Feld, mit glockenreinen Frauenstimmen, mit beweglichen Tenören und Bässen, locker noch im Forte. Es wird deutlich artikuliert und intoniert. Gerade die schlichten, aber so tückischen Choräle packen mit fließender Natürlichkeit.

Bei aller konzentrierten Kraft bestechen immer wieder die ins große Ganze eingefügten Details. Da überschlagen sich die zwischen Erde und Himmel schwebenden Jubelgirlanden des Tenors bei „Frohe Hirten, ach eilet“, ohne je zu verwischen. Überhaupt gestaltet Ciolek den Evangelisten-Part in einem ebenso überlegenen wie packenden Erzählton. Es rückt die Stimme besonders hervor, wenn Götting in diesen Rezitativen den Continuo-Bass nicht durchgehend ausführen lässt. Oder Wiebke Lehmkuhl, wenn sie im Da Capo des „Schlafe, mein Liebster“ noch mehr Beruhigung in ihren Ton legt.

„La Dolcezza“ entfaltet seine Klangschönheit neben den Soli vor allem in der Hirtenmusik. Wundervoll greifen Streicher und Bläser ineinander. Flöten (Wibke Oppermann/Sarah Möller) und Violine (Konzertmeisterin Veronika Skuplik) umflattern Arien wie Schmetterlinge.

Das Magnificat enthält die eingefügten vier zu Bachs Zeiten gesungenen Choräle. Auf gleichem Niveau besticht die deklamatorische Eleganz. Mit dem starreren lateinischen Text wirkt das kompakte Magnificat gegenüber der freien Fröhlichkeit des Weihachtoratoriums ein bisschen wie eine formelle Verkündigung.

Bachs Musik hat fast 300 Jahre hinter sich. Bei aller Faszination entbehrt sie des Dogmatischen oder Fanatischen. In Lamberti lenkt sie den Blick in die Zukunft und ruft zu ihrer beherzten Gestaltung auf, frei von Ideologien. Das ist keine Alte Musik, sondern eine höchst zeitgemäße.

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