Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Johann Sebastian BACH Advents- und Weihnachtskantaten: „Schwingt freudig euch empor“ BWV 36, „Gloria in excelsis Deo“ BWV 191, „Unser Mund sei voll Lachens“ BWV 110

Sonntag, 16. Dezember 2001, 18.00 Uhr

Tanya Aspelmeier, Sopran
Vanessa Barkowski, Alt
Holger Marks, Tenor
Torsten Gödde, Baß
Demantius Chor Oldenburg
La Dolcezza Oldenburg
Leitung: Tobias Götting



Rezensionen

Bach gibt in der Lamberti-Kirche ein Rätsel auf

Gelungenes Kantaten-Konzert in Oldenburg

Volker Timmermann in NWZ am 18.12.2001

Das Kantatenwerk nimmt in Johann Sebastian Bachs Schaffen einen zentralen Platz ein. Rund zweihundert Werke dieser Gattung sind erhalten. Der weitaus größte Teil der meist als Gebrauchsmusik für den Gottesdienst geschriebenen Werke stammt aus Bachs Zeit als Thomaskantor in Leipzig. Bachs Kantaten sind in der Konzertpraxis lange stiefmütterlich behandelt worden und haben erst in den letzten Jahrzehnten den gebührenden Stellenwert erlangt. Tobias Götting, Kantor der St. Lamberti-Kirche, führte am Sonntag drei von ihnen auf, passend zur Weihnachstzeit.
Vier namhafte Gesangssolisten, der Demantius Chor und das Ensemble La Dolcezza ließen die Werke erklingen. Die Kantate „Unser Mund sei voll Lachens“ ist zum Weihnachtsfest 1725 entstanden. Der Text orientiert sich stark an der Bibel. Ein Stück, das vor allem in den mittleren Teilen auf Prachtentfaltung verzichtet und eher stille Töne anschlägt. Das 1731 uraufgeführte „Schwingt freudig euch empor“ ist aufgrund der fehlenden Solorezitative formal ungewöhnlich. Besonders die liebliche Sopranarie, von einer sordinierten Violine umspielt, entfaltet große Wirkung. Die abschließende Kantate „Gloria in excelsis Deo“ gibt Rätsel auf: Mit ihrem lateinischen Text dürfte sie kaum im Gottesdienst der Thomas-Kirche Verwendung gefunden haben. Ihre drei Sätze sind eng an Bachs h-Moll-Messe angelehnt.
Die gelungene Zusammenarbeit zwischen Chor und Instrumentalisten bürgt für die hohe Qualität der Aufführung. La Dolcezza, eine Oldenburger Gründung der renommierten Barockspezialistin Veronika Skuplik, musiziert ausschließlich mit historisch authentischem Instrumentarium. Wie wichtig die Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis sein können, wurde hier souverän unter Beweis gestellt. Das spezifische, eher intime Klangbild der alten Instrumente ging eine überzeugende Verbindung mit unaufdringlicher Virtuosität und klarer, sehr musikalischer Artikulation ein. Nichts wirkte aufführungshistorisch intellektualisiert.
Der Demantius Chor erwies sich dabei als idealer Partner. Das nach innen gewandte Klangideal des Kammerchores ermöglichte stilistische Anpassung und dynamische Ausgewogenheit. Der nuancierte Umgang mit feindynamischer Entwicklung war beachtlich. Die vier Solisten Tanya Aspelmeier (Sopran), Vanessa Barkowski (Alt), Holger Marks (Tenor) und Torsten Gödde (Bass) trugen durch Zurückhaltung und stilistische Sicherheit im Dienste eines ausgewogenen Gesamtklanges wesentlich zum gelungenen Abend bei.

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