Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem

Sonntag, 13. November 2011, 18.00 Uhr

Konzert zum Volkstrauertag

sowie Orchesterlieder von Strauss und Mahler
Johanna Winkel, Sopran
Christian Immler, Bariton
Lambertichor Oldenburg, Sinfonietta Oldenburg auf Instrumenten der romantischen Epoche
Tobias Götting, Leitung
Karten ab dem 19.9. im Hörbuchladen Thye oder unter www.lamberti-kirchenmusik.de



Rezensionen

Inniger musikalischer Trost für die Lebenden

Konzert Johannes Brahms - Requiem in St. Lamberti - Orchesterlieder von Mahler und Strauss

Volker Timmermann in NWZ am 15.11.2011

OLDENBURG – Johannes Brahms und Oldenburg verbinden so einiges: Besuche des Meisterkomponisten in der Stadt, die Freundschaft mit Hofkapellmeister Albert Dietrich, aber auch die Geschichte einer verhinderten Uraufführung. Ausgerechnet ?Ein deutsches Requiem? hatte Brahms Dietrich angeboten. Der lehnte jedoch mit Hinweis auf Unzulänglichkeiten seines Chores ab. Hätte Dietrich damals den Lambertichor zur Verfügung gehabt, Brahms? Requiem wäre wohl in Oldenburg uraufgeführt worden. Technische Hürden kennt die Kantorei im Umgang mit dem Requiem nicht. Im Gegenteil: Wie souverän, klangschön und angemessen dieser Chor gestaltet, war in St. Lamberti bewegend zu hören. Aus intimer Zurückhaltung heraus entwickelt Kantor Tobias Götting mit seinem gro� besetzten Chor die anrührend klangschöne Welt des Requiems. Schon zu Beginn verströmen Kantorei und Sinfonietta Oldenburg Innigkeit und spannungsvolle Bögen. Umso effektvoller ist der erste gro�e Ausbruch im zweiten Satz, der vom Orchester grandios vorbereitet wird. Der Chor bleibt klanglich wie technisch auf hohem Niveau und findet immer wieder andere, angemessene Farben. Die Zartheit, mit der etwa das ?Wie lieblich sind deine Wohnungen? erklingt, wirkt ebenso emotionalisierend wie das finale ?Selig sind die Toten?. Götting gelingt es, bei aller Empfindung klar und konturiert zu strukturieren. Mit der spieltechnisch bestens disponierten, dem Chorklang flexibel entsprechenden Sinfonietta steht ihm ein fähiges Orchester zur Verfügung. Die vokalsolistischen Aufgaben im Requiem übernehmen Johanna Winkel (Sopran) und Christian Immler (Bariton). Beide hatten zuvor, in Orchesterliedern von Mahler und Strauss, zur Stimmung des Requiems hingeführt und überzeugen mit gro�er stimmlicher Schönheit und einer tiefen, auch im Pianissimo tragenden Intensität. Dass Brahms? ?Deutsches Requiem? eben nicht die Schrecknisse des Todes beklagt, sondern den Lebenden Trost spendet, ist ein Stereotyp. Wenn das Werk so aufgeführt wird wie in St. Lamberti, wird dessen einfühlsame Menschlichkeit wirklich deutlich. Am Ende Stille, Glockengeläut, dann langer Applaus in der voll besetzten Kirche.

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