Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Johannes Brahms: Liebesliederwalzer

Sonntag, 9. Mai 2010, 18.00 Uhr

und andere weltliche Chorwerke für Chor und Klavier. Darüberhinaus wird der Briefwechsel zwischen Brahms und Albert Dietrich vorgestellt.
Lambertichor Oldenburg, Ltg. Tobias Götting
Eintritt frei-Kollekte erbeten



Rezensionen

Anekdoten und Noten von Brahms in Oldenburg

Musik: Frühjahrskonzert in St. Lamberti stellt Komponisten-Freundschaft in den Mittelpunkt

Reinhard Rakow in NWZ am 11.05.2010

Oldenburg – ?Ihr Verkehrston war entzückend?, notierte eine der Damen des Chors, soll hei�en: Sie verstanden sich prächtig, die Herren Brahms und Dietrich. Auch wenn sie äu�erlich durchaus Gegensätze bildeten, Dietrich fein, korrekt bis steif, Brahms bisweilen beinahe ?ungeschlacht?; ?mit weit ausladenden Gesten? dirigierte er vom Klaviere aus den Chor beim Einstudieren seiner ?Liebeslieder, Walzer? op. 52. Solche und andere Kleinodien aus den Erinnerungen von Zeitzeugen, vor allem aus von Dietrich selbst Niedergeschriebenem, und aus Briefen von Brahms, machten die Ausführungen von Lambertikantor Tobias Götting so kurzweilig und anschaulich, dass man fast vergessen konnte, weswegen man gekommen war: zu Musik in St. Lamberti, Frühjahrskonzert. Götting hatte für das Konzert aus raren Quellen ein packendes Potpourri aus Fakten und Anekdoten arrangiert, das die Oldenburgische Zeit des Gräflichen Hofcapellmeisters Dietrich, von 1861 bis 1890, in Sonderheit seine Freundschaft zu Brahms, leuchtend nachzeichnete. Wechselseitige Wertschätzung (?Wie schön, dass Dir behaglich ist?), Respekt und die Bereitschaft, sich auch geldwerte Bälle zuzuspielen, waren beständig. Auch Oldenburg profitierte von den Freundschaften und Beziehungen des feinen Herrn Dietrich ungemein; dessen Zeit war, zeigte Götting plastisch auf, eine wirklich herausragende Phase für das Musikleben der Stadt. Ansonsten gab es, ja doch: Musik. Das Klavierduo Birgit und Klaus Sterbies interpretierte einfühlsam Dietrichs seltenst aufgeführte Sonate für Klavier zu vier Händen G-Dur op. 19, ein gefälliges, handwerklich gediegenes Werk mit einigen aparten harmonischen Wendungen. Götting leitete Lambertichor und Capella St. Lamberti mit schmiegsamem Dirigat zu viel Wohlklang in drei von sechs Dietrich-Liedern op. 21, dann, für den dem Männerchor, in Schuberts feingefärbter ?Die Nacht?. Zum Schluss dann jenes Brahms-Opus, das Brahms und Dietrich seinerzeit gemeinsam mit dem Oldenburger Singverein aufgeführt hatten: ?Liebeslieder-Walzer?, ein textlich kaum, musikalisch hingegen um so mehr überzeugender Reigen bald melancholischer, bald freudvoller Lieder, für die Götting die gro�e Besetzung mit mehr als sechzig Sängerinnen und Sängern aufbot. Viel Applaus für viel Klangpracht zumal in den zupackenden Passagen, Zusatzapplaus für die Pianisten und für Tobias Götting.

 

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