Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Maurice DURUFLÉ: Trois Danses op. 6, Andante et Scherzo op. 8, Missa „Cum jubilo“ op. 11

Sonntag, 15. September 2002, 20.00 Uhr

Hommage à Maurice Duruflé

Torsten Gödde, Bariton
Orchester Pro Musica Sacra
Männerstimmen des Lambertichores und des Demantius Chores
Leitung: Tobias Götting



Rezensionen

Musikalische Botschaften eines Sphärenklangmagiers

Auftakt des Festivals "Hommage ŕ Maurice Duruflé" in der Oldenburger Lambertikirche

Werner Matthes in NWZ am 17.09.2003

Zwar war sein 100. Geburtstag schon am 11. Januar, doch der Einmaligkeit und Bedeutung des Oldenburger Musikfestivals, Maurice Duruflé zu Gedenken und Ehren, tut das keinen Abbruch. Den französischen Komponisten und Organisten (1902 – 1986) hat die deutsche kirchenmusikalische Praxis bis heute nicht assimiliert. Dass er trotz seines schmalen Oeuvres ein Komponist von höchstem Rang war, ein Perfektionist seines Fachs, möchte das Festival „Hommage à Maurice Duruflé“ in der Lambertikirche (siehe auch NMZ-Journal vom 14. September) in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Zum Auftakt hatte Tobias Götting, der Spiritus rector, die Messe „Cum jubilo“ op. 11 für Bariton-Solo und großes Orchester gewählt, ein Werk, das die Affinität des Komponisten zum Gregorianischen Choral eindrucksvoll demonstriert. In der Messe „Cum jubilo“ hat Duruflé den gleichnamigen Messgesang aus dem „Graduale Romanum“ in einen fließenden, impressionistisch gestimmten und modal getönten Orchestersatz von raffiniertem Klangfarbenreichtum gebettet. Chor- und Orchesterstimmen, Ergebnisse einer subtilen und transzendierenden Klangfantasie, einer eher stillen als exzessiven Rhetorik, sind kunstvoll verwoben. Das Problem, Schwerelosigkeit mit präziser Diktion zu verbinden, haben die Männerstimmen von Lamberti- und Demantius-Chor, das in Hochform spielende Orchester „Pro Musica sacra“, der mit feiner Emphase singende Bariton Torsten Gödde trefflich gelöst. Tobias Götting, dem Dirigenten, gebührt angesichts der vertrackten Rhythmik und Metrik besonderes Lob; dass das Orchester den Chor manchmal zugedeckt hat, konnte freilich auch er nicht verhindern. Der Pariser Organist Frédéric Blanc gab mit Duruflés Orgel-Transkription des Prélude aus „Pelléas et Mélisande“ von Fauré (Duruflés großem Vorbild) einen Vorgeschmack auf den Orgelstil des Komponisten und seine Subtilitäten.
In den Orchesterwerken „Trois Danses“ und „Andante et Scherzo“ war die Nähe zu Debussy, Ravel und Dukas (Duruflés Lehrer) zu spüren, im parodistischen „Tambourin“-Satz der „Danses“ die Nähe Strawinskys. Dem Klangfarbenreichtum und seinen kaleidoskopischen Wechseln gab Götting die angemessene Differenzierung, manchen Schluss-Pointen lakonischen Witz. Großer Beifall.

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