Musik in St. Lamberti Oldenburg
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MENDELSSOHN BARTHOLDY: Symphonie Nr. 2 "Lobgesang"

Sonntag, 26. April 2009, 19.00 Uhr

Zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy:

Heidrun Luchterhandt, Sopran
Dorothee Burkert, Mezzosopran
Jan Kobow, Tenor
Lambertichor Oldenburg
Sinfonietta Oldenburg
Leitung: Tobias Götting



Rezensionen

Vom sicheren Sieg des Lichts über die Nacht

MUSIK Großes Konzert in Oldenburgs Lambertikirche ? Mendelssohns 2. Sinfonie passgenau

Horst Hollmann in NWZ am 28.04.2009

OLDENBURG – Die Zunft der Berater lebte schon im 19. Jahrhundert gut. Aber Felix Mendelssohn-Bartholdy hatte wohl keine. Jedenfalls tüftelte er über der Konzeption seiner 2. Sinfonie anhaltend unschlüssig. ?Ist es eher Sinfonie oder mehr KantateŤ?, fragte er sich. ?Als was schicke ich es in die WeltŤ? Solche Definitionsprobleme haben der Lambertichor, Gesangsolisten, eine Sinfonietta Oldenburg und der Gesamtleiter Tobias Götting in der Lambertikirche nicht. Ihre wohl proportionierte, manchmal enthusiastisch vorwärtsstrebende Verwirklichung des ?Lobgesang? genannten Zwitters drängt zu einer eindeutigen Wertung: Gro�e Musik! Nicht bombastisch Der Lamberti-Kantor lässt Musiker, Sänger und Zuhörer zwischen Begeisterung und Ergriffenheit nie ruhen. Götting hat den gro�en Apparat überzeugend auf den Mendelssohnschen Zug zur finalen Aussage eingeschworen. Auf dem Weg dorthin übergeht er keine Feinheiten. Hier ist der Komponist nicht klassizistisch glatt, aber auch nicht bombastisch. Bei dieser klaren Linie muss Götting nichts überzeichnen, weder übermä�ig dehnen noch nervös drängen. Bei der Chor-Einleitung ?Alles, was Odem hat? etwa genügt ein minimaler Tempowechsel vom Allegro moderato maestoso auf das Allegro di molto. Und beim ?Nun danket alle Gott? ranken sich die Streichergirlanden natürlich um den Cantus firmus, wirken nie sentimental. Zu Beethovens 9. Sinfonie führen in St. Lamberti keine Brücken. Es geht nicht um den Durchbruch vom Instrumentalen zum Vokalen, aber auch um den Sieg des Lichtes über die Nacht. Vom Posaunenmotiv des Anfangs spannt sich ein nie abrei�ender Bogen zum Schlussjubel. Folglich marschiert der Chor nicht, wie bei Beethoven, erst später ein. Profis am Werk Die Lamberti-Sänger schweigen bei der halbstündigen instrumentalen Einleitung und wirken trotzdem schon innerlich präsent, ehe sie vielschichtig die Hauptrolle übernehmen. Vorzüglich gestalten die Solisten Heidrun Luchterhand (Sopran), Dorothee Rabsch (Mezzosopran) und Jan Kobow (Tenor) ihre Teile. Nur kurz unterschätzt die Sopranistin beim ersten Einsatz ihre Durchsetzungsfähigkeit gegenüber dem Orchester. Dieses Orchester, obwohl ein reines Ad-Hoc-Ensemble, besticht durch Spielkultur. Da sind Profis am Werk, zum Teil Mitglieder der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Glücklich fügt sich ein nur scheinbar ausuferndes Werk zusammen.

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