Musik in St. Lamberti Oldenburg
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NDR Chor

Freitag, 9. März 2018, 19.30 Uhr

Sonderkonzert in Zusammenarbeit mit NDR Kultur

Tonu Kaljuste Dirigent

Werke von Pärt, Penderecki, Tormis u.a.

In einer Liste der zwölf bedeutendsten Persönlichkeiten aus dem heutigen Estland führte eine Zeitung 2014 zwei Musiker ganz vorn an: den Komponisten Arvo Pärt auf Platz eins, auf Platz zwei den Dirigenten Tõnu Kaljuste. Er schuf mit seinem Philharmonischen Kammerchor der „Singenden Revolution“ im Baltikum noch vor den Wendejahren ein professionelles Rückgrat. Das heutige Kulturleben Estlands und seine internationale Ausstrahlung verdanken ihm viel. Nach der Wende wurde er zum viel gefragten Dirigenten vor allem von Profichören weltweit, als Chefdirigent leitete er den Dänischen Rundfunkchor und den Niederländischen Kammerchor.

Karten zu 21,- / 18,- / 15,- / 14,- ab dem 18. Dezember bei Thye, Lzo, Isensee, markt 17 sowie im Online-Ticketverkauf über diese homepage

Rezensionen

Baltische Chormusik imponierend schön

Der Chor präsentierte Musik aus Polen, Estland und Russland. Er bewies hohe Homogenität

Ann-Katrin Babbe in NWZ am 12.03.2018

An kristallklares Wasser oder auch diamantene Brillanz denkt man bei diesem Ton. Beeindruckend transparent, ausgesprochen homogen und von imponierender Schönheit ist der Klang des NDR-Chores, der am Freitagabend unter der Leitung des estnischen Stardirigenten Tõnu Kaljuste, in der Oldenburger Lamberti-Kirche aufgetreten ist. Ein „Panorama der baltischen Chormusik“ versprach das Programm mit einer Reise durch Polen, Estland und Russland und repräsentiert durch Musik von Arvo PärtKrzysztof PendereckiSergei Iwanowitsch Tanejew und dem im letzten Jahr verstorbenen Veljo Tormis.

Nicht von ungefähr zählt der NDR-Chor zu den international führenden Kammerchören. Das wurde schon mit den ersten Takten von Pendereckis „Agnus Dei“ deutlich. Auffallend sensibel gehen die Sänger mit der hier wie in Pärts „Nunc dimittis“ anfänglich angelegten Fragilität des Klangraumes um, der sich schließlich in dynamische Höhen aufschwingt.

Ganz anderes Kolorit dringt mit der ungleich schwereren romantischen russischen Schule in den drei Stücken aus Tanejews 12 Chören acapella nach Gedichten von Jakow Polonski durch. Mit Olivier Messiaens „Chants d’Oiseaux“ für Orgel (Tobias Götting) folgte ein weiterer Schwenk Richtung Moderne. Als begeisterter Ornithologe zeichnete der Komponist nicht nur Vogelrufe auf, sondern übernahm sie auch in seine Kompositionen. In den „Chants d’Oiseaux“ entfaltet er eine Klangästhetik, die neben Natureindrücken zugleich Erinnerungen an Computermusik aufkommen lässt. Stimmig erweist sich vor diesem Hintergrund auch die Wahl von Raymond Murray Schafers „Epitaph for moonlight“ (1968). Die Schnittmenge von Sprache und Musik untersucht der Komponist mit diesem experimentellen Chorwerk. Gerade hier wird noch einmal das symbiotische Zusammenwirken von Chor und Dirigent Kaljuste offenbart. Das Ende nimmt der Ausflug ins Baltikum mit Tormis’ Musik im hohen Norden. Fast greifbar ist das Flirren der Nordlichter („Virmalised“) in der Frauenchorbesetzung, unschlagbar außerdem das spielerische Ineinandergreifen der Stimmgruppen im „Gesang des Johannes“. Und wie auf jeder guten Reise bleibt am Ende das Gefühl, die Zeit sei viel zu schnell vergangen.

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