Musik in St. Lamberti Oldenburg
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ORGELKONZERT am 1. Advent

Sonntag, 30. November 2008, 18.00 Uhr

zur Wiedereinweihung der Lamberti-Orgel
Tobias Götting spielt Werke von Bach und Widor (5. Symphonie),
Eintritt 5,-



Rezensionen

Klarheit und Farbigkeit funkeln in jedem Ton

MUSIK Tobias Götting an der renovierten Lamberti-Orgel ? Konzertpremiere zur Wiedereinweihung

Werner Matthes in NWZ am 02.12.2008

OLDENBURG – Das Datum war gut gewählt. Die renovierte gro�e Führer-Orgel in der St.- Lambertikirche (siehe auch NWZ vom 25. November) hat ihre Feuerprobe am 1. Advent glänzend bestanden. Tobias Götting, der Kantor und Organist, rühmte bei der Konzertpremiere zur Wiedereinweihung am Sonntag Abend die technisch und klanglich entscheidend verbesserten Qualitäten des runderneuerten Instruments. Er dankte den beteiligten Orgelbauern, den Geldgebern und Sponsoren, und er stellte besonders den instrumentalen ?Zuwachs? der Orgel (Grand Bourdon 32? und Flute harmonique 8?) heraus, dessen Bedeutung an Werken des Abends beispielhaft vorgeführt wurde. Buxtehudes Präludium C-Dur (BuxWV 137) eröffnete den barocken Teil des Programms. Kontrast- und Affektfülle des eigentümlich zerklüfteten, ?kurzweiligen? Werkes waren schon hier durch eine höchst farbige Registrierung verdeutlicht. Am Ende des Werkes erklang ? Wiederaufnahme eines schönen historischen Brauchs, zur Überraschung der Hörer ? der Zimbelstern, der sogleich an ein (einst berühmtes) Buch von Wilhelm Kempff erinnerte: ?Unter dem Zimbelstern?. Bei Bachs ?Nun komm, der Heiden Heiland? (BWV 659) waren Farbkraft und komplexes Linienspiel, dank plastisch auffächernder Registrierung und präzisester Artikulation, zu kunstvoller Einheit gefügt. In zwei Messiaen-Sätzen aus dem Zyklus ?La Nativite du Seigneur? ? ?Les Bergers? (Die Hirten) und ?Les Enfants de Dieu? (Die Kinder Gottes) ? vermittelte das Beieinander von gro�räumig-frischer Akustik des Raums, perfekter Intonation der Orgel für französisch timbrierte Klangfarben, Verve und architektonischem Sinn des Interpreten Eindrücke höchster Plastizität: Bildkraft und Ausdruck sublimer Meditation, freie und sperrige Rhythmik, spiritueller, reich changierender Klang. Charles-Marie Widors (Orgel-)Symphonie Nr. 5 f-Moll setzte den Schlusspunkt. Tobias Götting, feinsinniger Registrator und Virtuose, stellte Charakteristisches trefflich heraus: deutsche Romantik ŕ la Schumann bis hin zu dessen Klaviersatz, Melodisch-Liebliches und Verspieltes, den gro�en Aplomb ŕ la francaise. Darüber hinaus geriet Widors Werk, wenngleich von Manierismen nicht frei, zum Top-Akt manueller Beherrschung. Die berühmte Toccata war dafür ein Beispiel, auch wenn sie manchmal ein wenig bass-lastig (auf Kosten der Oberstimmen-Melodik) ausfiel. Begeisterter Beifall.

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