Musik in St. Lamberti Oldenburg
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VOCADO

Freitag, 19. Juni 2009, 20.00 Uhr

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft

Als Senkrechtstarter in der internationalen a-cappella-Szene kommt die schwedische Gruppe mit einem Volksliedprogramm nach Oldenburg



Rezensionen

Furchtlos zwischen verschiedenen Stilen gewandelt

KONZERT Schwedisches Sextett "Vocado" in St. Lamberti - Bühnentalent und Humor bewiesen

Volker Timmermann in NWZ am 23.06.2009

OLDENBURG – Um nicht gleich den Anfang des Konzerts zu überhören, musste man schon ein wenig aufpassen. Ganz leise hob der Gesang in St. Lamberti an. Intimität und Sinnlichkeit wurden an diesem Abend schnell zu klingenden Markenzeichen des schwedischen Vokalsextetts ?Vocado?. Die jeweils drei Frauen und Männer von ?Vocado? nahmen das Publikum in der eher moderat besuchten Kirche mit auf eine musikalische Reise durch ihre schwedische Heimat. Zu hören gab es folkloristisch inspirierte Chöre nach Naturlyrik von schwedischen Komponisten wie dem Spätest-Romantiker Wilhelm Peterson-Berger oder dem Zelter-Schüler Adolf Lindblad. Dessen ?Sommerabend? lie�en die Sechs als schlichten, warmen Gesang durch die Kirche wehen. Daneben erklangen schwedische Folklore-Titel in St. Ansgari, deren A-cappella-Arrangements meist aus der Feder der ?Vocado?-Künstler (vor allem von Bass Joel Nilson) selbst stammten. Besonders in diesen Arrangements wie der effektvoll vertonten Geschichte vom ?Kung Liljekonvalje? oder der ?Näckens Polka?, verströmten ?Vocado? seine träumerisch nordischen Klänge. Dabei konnten es sich die Schweden locker leisten, ihre Gesänge meist aus eher zurückhaltender Dynamik aufzubauen. Schlie�lich klingt ?Vocado? schon im Ensemble in jeder dynamischen Stufe homogen und sehr ausgewogen. Zudem verfügen die Anfang 20-jährigen Sänger über hervorragende und wandlungsreiche, wunderschöne Einzelstimmen, die in den oft solistisch zugeschnittenen Arrangements bestens zur Geltung kamen. Da war es genussreich, den lyrischen Soli des Tenors Lukas Gavelin in der ?Sashenka Wednesday Night? (von Joel Nilson) zuzuhören. Oder den Sopranistinnen Amanda Sjöberg und Malin Lundin sowie der Altistin Emma Alm, die mit der ungekünstelten stimmlichen Natürlichkeit ihre Soli emotionalisierend ausgestalteten. Dabei haben die Schweden, die ihr Programm mit charmanten Moderationen auflockerten, keinerlei Ängste, zwischen den Stilen zu wandeln. In ihre Arrangements bauen sie Elemente von Jazz und Populärem ein, versuchten sich später gar ? wenig schwedisch, aber sehr effektvoll ? als Bossa-Nova-Interpreten. In einer kleinen Musikshow in den Zugaben demonstrierten sie schlie�lich Bühnentalent und Humor. Da hatten sie das Publikum in St. Lamberti längst schon für sich eingenommen.

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