Musik in St. Lamberti Oldenburg
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VOX NEERLANDICA Niederländische Chormusik von den Anfängen bis zur Gegenwart

Freitag, 25. Juni 2004, 20.00 Uhr

Werke von Sweelinck, Diepenbrok, de Klerk u. a.
Demantius Chor Oldenburg
Leitung: Tobias Götting



Rezensionen

Vielstimmiges aus alter und neuer Zeit

Der Demantius Chor Oldenburg unter Tobias Götting in St. Lamberti

Charlotte Pfeiffer in NWZ am 28.06.2004

„Vox Neerlandica“ stand als Motto über dem Konzert in der bis auf den letzten Platz besetzten St. Lamberti-Kirche am Freitag, das sowohl anlässlich der Hollandwoche ?Cultuur!? als auch zur Eröffnung des Landeskirchentages stattfand. In seiner Auswahl ?höchst qualitätvoller Chormusik? (Programmzeitung) beschränkte sich Tobias Götting auf Kompositionen der Renaissance und der Gegenwart.Der in Dynamik und Ausdruck überzeugend gestaltende, von seinem Dirigenten mit eindeutiger Gestik geführte Demantius Chor Oldenburg lie� das Eintauchen in die ferne Klangwelt des 16. Jahrhunderts zu einem geradezu sinnlichen Erlebnis werden. Die gut harmonierenden, hochkultivierten Stimmen gaben der feinen Empfindsamkeit der Musik eines Jan Pieterszon Sweelinck, der schlichten Schönheit der Kompositionen Orlando di Lassos Gestalt, brachten das frohlockende ?Alleluja? von Jacob van Berchem zum Schwingen.Als ein Meister der Registrierkunst zeigte sich der Bremer Domorganist Wolfgang Baumgratz. So lie� er das Thema der ?Fantasia chromatica? von Sweelinck in seiner zähen Schweren ganz aus dem Holzflötenregister erstehen, führte es, nachvollziehbar durch sukzessiven Aufbau des Klangs, zu seinem logischen Ende. Mit unterschiedlichsten Klangbildern realisierte er die starke emotionale Ausdruckskraft der ?Passacaglia in a? von Hendrik Andriessen. Fast zelebrierte der Solist in Albert de Klerks ?Praeludium und Fuge in c? das Sich-Reiben der Sekundklänge, ehe er wechselte ins Unisono.Mit gro�er Expressivität zogen die Chorsänger das Publikum im zweiten Teil des Konzerts in den Bann der neueren Tonsprache. Sie wiegten sich ?Auf dem See? (Alphons Diepenbrock), träumten in geradezu samtener Klangfarbe einen Traum, dem sich niemand entziehen wollte, lie�en mit hellem Sopran tausend Sterne blinken, schufen eine Melancholie (?Chanson d?automne?) in sphärischem Pianissimo. Tröstend vermittelten sie eine Ahnung der ewigen Ruhe in ?Wanderers Nachtlied? von Alexander Voormoler, in perfekter Artikulation entfalteten sie die klare Schönheit der lateinischen Sprache (?Pater Noster? von Albert de Klerk), beteten ?Salve Regina?. Fast tanzten die Stimmen von Freude in Badings? ?Cantamus, amici? (Wir singen, Freunde). Und kraftvoll leuchtete das ?Jubilate?. ? Ein unvergesslicher Abend.

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