Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Wolfgang Amadé Mozart: Requiem d-moll Klavierkonzert c-moll KV 491

Sonnabend, 16. November 2013, 19.00 Uhr

Eckhart Kuper, Hammerflügel
Mareke Freudenberg, Sopran
Ulrike Andersen, Alt
Henning Kaiser, Tenor
Sebastian Noack, Bass
Barockorchester L’Arco
auf klassischen Instrumenten,
Lambertichor Oldenburg
Tobias Götting, Leitung

Karten zu 22,- / 19,- / 17,- / 15,- über unsere Vorverkaufsstellen und diese Homepage.



Rezensionen

Gewaltige Klänge von erhabener Schönheit

Schlagkräftiger Lambertichor und Barockorchester L�Arco mit Mozarts Requiem

Andreas Schweiberer in NWZ am 18.11.2013

Die ästhetische Kategorie des Erhabenen umfasst das Gro�e, Gewaltige, Schreckliche und eben auch das Gewalttätige. Die erhabene Schönheit wird aus einer Distanz zum evozierten Schrecklichen und Bedrohlichen genossen, die ein zumindest momentanes Entronnensein impliziert. Schon die Entstehungsgeschichte von Mozarts �Requiem� entbehrt nicht der Düsternis: geschrieben als Auftragswerk für einen geltungssüchtigen Adligen, verstarb Mozart selbst über seiner Arbeit an dieser Totenmesse. Und düster ist schon das durch die Instrumentierung vorgegebene Timbre: zum Streicherquartett treten zwei Bassetthörner, zwei Fagotte, zwei Trompeten und zwei Pauken nebst Basso continuo. Die Tonart d-moll garantiert den Grundzug einer herben Schwermut. Die Entfesselung solch bedrohlicher Leidenschaften, etwa im berühmten �Dies irae�, versetzt manchen sensiblen Hörer auch heute noch in Angst und Schrecken. Mozart starb über der Arbeit an seinem Requiem, das in der Fassung seines Schülers Franz Xaver Süssmayr im historischen Gewand erklang. Die Besetzung der vier Gesangssolisten, Mareke Freudenberg, Ulrike Andersen, Henning Kaiser und Sebastian Noack, gab lyrischen Stimmen und einem eher lyrischen als dramatischen Gesamteindruck den Vorzug. Das Barockorchester L�Arco agierte souverän unter der ruhigen Hand von Tobias Götting, spielte aber, wie auch das Solistenquartett, nur die zweite Geige gegenüber dem gut einstudierten und bemerkenswert schlagkräftigen Lambertichor. Dem Chor oblag die Vergegenwärtigung des Erhabenen, hier des Gerichts, dem nach christlicher Vorstellung ebenso wenig wie dem Tod zu entrinnen ist. Die Vergegenwärtigung möglicher Schrecknisse soll im Gemüt der Zuhörer eine reinigende Wirkung auslösen. Alle Musiker taten ihr Bestes, und die Wirkung hätte noch eindringlicher sein können, wenn, wie im Programm gebeten, ein etwas ausgedehnterer Moment der Stille und Einkehr eingehalten worden wäre. Eingerahmt wurde das eindringlich-erschütternde Requiem von zwei respektablen Mozart-Werken, dem Klavierkonzert c-moll KV 491 mit dem Solisten Eckhart Kuper am Hammerflügel und dem tröstlich-innigen �Ave verum�. Für sich genommen sicherlich Meisterwerke, gerieten sie in Verbindung mit dem übermächtigen Requiem in den Schatten, waren eigentlich Füllstoff, um auf die übliche Konzertzeit von 90 Minuten zu kommen.

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