Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Wolfgang Amadeus MOZART Requiem d-moll Klavierkonzert d-moll KV 466

Sonnabend, 18. November 2006, 20.00 Uhr

Heidrun Luchterhandt, Sopran
Ulrike Andersen, Alt
Jan Kobow, Tenor
Sebastian Noack, Baß
Lambertichor Oldenburg
Kristian Bezuidenhout (Rochester/USA), Fortepiano
L’Arco Hannover auf klassischen Instrumenten
Leitung: Tobias Götting
Kartenvorverkauf im Hörbuchladen Thye und hier im Online-Ticketverkauf



Rezensionen

Würde und leidenschaftliches Feuer einer Totenmesse

Werner Matthes in NWZ am 20.11.2006

OLDENBURG – Kann man Mozarts Requiem aufführenŤ Steht dieses Werk in seiner unvergleichlichen Grö�e wie Problematik nicht jenseits der Realisierbarkeit, hält uns nicht die Scheu vor seiner seltsamen, aus der undurchsichtigen Entstehungsgeschichte wie aus der ebenso undurchsichtigen Legendenbildung um das Werk davon ab, diesen trotz aller Torsohaftigkeit rätselhaft endgültigen und vollendeten Entwurf eines musikalischen Testaments einer klingenden Interpretation auszusetzenŤEiner hingegebenen Darstellung kann es gelingen, die Brüche zu überdecken, sicher den Bogen zu spannen in einem Werk, in dem Vollkommenes und Tiefes (wie das ?Requiem? und ?Kyrie? des Anfangs), kaum verarbeitetes Rohmaterial (wie das Posaunensolo des ?Tuba mirum?) und die Ungeschicklichkeit des ?Ergänzers? Sü�mayr (wie die ?Osanna?-Fuge) nebeneinander stehen.Tobias Götting, der Leiter der Aufführung in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche, hat Sü�mayrs Fassung (ungeachtet mehrerer Neubearbeitungen in den vergangenen Jahrzehnten) mit jener Hingabe musiziert, die die Energie, das Feuer und die Würde des Werkes ?trotz allem? glücklich realisiert. Götting setzt auf straffe und flexible Tempi, entwickelt dramatische, gro�artig packende Ausdruckskontraste, sein glänzend einstudierter Lambertichor folgt ihm mit hoher Stimmkultur, plastischem leuchtendem Klangbild und edlem begeistertem Schwung.Ausgeglichene, von echter Anteilnahme erfüllte Leistungen ? technisch makellos, seelisch vertieft und geistlich-würdig ? waren von den Solisten zu hören: Heidrun Luchterhandt (Sopran), Ulrike Andersen (Alt), Jan Kobow (Tenor) und Sebastian Noack (Bass) überzeugten in Soli wie auch im fein abgestimmten Quartett.Das Orchester L?Arco Hannover spielte mit achtunggebietender Präzision, weniger mit angemessener Klangfülle in den Streichern. In Mozarts Klavierkonzert KV 466, ebenso wie das Requiem in d-Moll, legte es sicher das Fundament. Der Solist auf dem Hammerflügel, Kristian Bezuidenhout, kehrte ? dem Klangpotenzial des Instruments entsprechend ? eher die virtuosen als hintergründig-düsteren Seiten des Werkes hervor. Stiltreue (in den Verzierungen) und manuelle Beherrschung zeigten sich auf dem höchstem Niveau.Ein mit schlichter Wärme gesungenes ?Ave verum? beschloss das Konzert, das begeisterten Beifall erhielt.

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