Musik in St. Lamberti Oldenburg
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CHORKONZERT 25 Jahre Demantius Chor Oldenburg Weltliche Chormusik von Monteverdi, Brahms, Hindemith, Koerppen u.a.

Sonntag, 17. Mai 1998, 20.00 Uhr

Axel Weidenfeld, Laute
Leitung: Tobias Götting



Rezensionen

Hohe Klangkultur zum Jubiläum

Demantius Chor begeistert Zuhörer in Lamberti-Kirche ? Gemeinschaft besteht 25 Jahre

Christiane Maaß in NWZ am 19.05.1998

In seinem Jubiläumskonzert in der Lamberti-Kirche präsentierte sich der Demantius Chor mit herausragenden Qualitäten, eines Kammerchors würdig. Schwer zu entscheiden, was es mehr zu bewundern galt: den Wohllaut, mit dem die lyrischen Texte in italienischer, deutscher und französischer Sprache deklamiert wurden, oder die hohe Kultur des Chorklangs, die unter dem Dirigat von Tobias Götting erblühte.Zu Beginn brachte der Demantius Chor in zwei Madrigalen aus ?Il quarto libro de madrigali? (1603) von Claudio Monteverdi viel Köstliches zum Tönen.Eine neuere Perle der Chorliteratur zogen die Sängerinnen und Sänger mit zwei Madrigalen eines zeitgenössischen Komponisten hervor: Alfred Koerppen (Jahrgang 1926) war lange Zeit Kompositionslehrer an der Akademie für Musik und Theater in Hannover. Seine Musik atmet teilweise wieder den Geist des alten Meisters Josquin Des Prez. Mit glockenrein ?läutenden? Klängen auch in gewagten Fortschreitungen und einem wunderbaren Farbenreichtum ersang sich der Demantius Chor seinen ersten Zwischenapplaus von dem hingerissenem Publikum. Besonders apart war die Zusammenstellung der alten und neuen Madrigale mit Lautenmusik der Renaissance. Axel Weidenfeld nahm gewisserma�en den Atem der Madrigalzeit auf und lie� ihn über die Saiten seiner Laute streichen. Den wenig klangstarken Lautentönen musste man schon mit gespitzten Ohren lauschen. An einigen Stellen war nicht ganz zu vermeiden, dass die zarte Aura des Lautentons bei ihrer Ausweitung in den gro�en Kirchenraum leichte Risse bekam. Auch hätte man sich nach den au�ergewöhnlichen Madrigalen von Koerppen etwas freier inspirierte Literatur gewünscht.Geradezu ins Schwärmen geraten konnte man bei den Sieben Liedern Opus 62 von Johannes Brahms. Der Chor durchglitt geschmeidig die Harmonien dieser Traumgebilde aus Nacht und Liebe. Hochkarätige lyrische Miniaturen bildeten noch Paul Hindemiths ?Six Chansons? nach Texten von Rainer Maria Rilke. Nach allem Gehörten: Der Demantius Chor steht unter neuer Leitung auf dem Höhepunkt seines Könnens.

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