Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Der Zaubergeiger

Sonntag, 29. August 2021, 17.00 Uhr

Daniel Sepec  Violine
Fiori Concertati
Matthias Hengelbrock  Leitung

Werke mit Solovioline von J. B. Bach, G. F. Händel und G. Ph. Telemann

Eintritt frei – Spenden erbeten 

Die Generalprobe um 14.30 Uhr wird öffentlich sein.

Kostenlose Zugangskarten ab dem 21. August über markt 17 bzw. church-events



Rezensionen

Wie Schulfreunde lebenslang tolle Musik pflegen

Das Streicherensemble Fiori Concertati blickt auf eine lange gemeinsame Zeit zurück. Mit Geiger Daniel Sepec bot es in St. Lamberti aufregende Werke.

Horst Hollmann in NWZ am 31.08.2021

Mal ehrlich. Der zweite Satz aus Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ hätte gemäß aktueller Wetterlage nun gar nicht als Zugabe gepasst.

Die Schilderung von brütender Hitze, von Insekten, die den „müden Gliedern all ihre Ruhe nehmen?“ Also stürzen sich Geiger Daniel Sepec und das Streicherensemble Fiori Concertati presto ins Unwetter des dritten Durchgangs. Hei, da brausen sie beherzt durch Hagel, Sturm Blitz und Donner. Was für ein furios erweitertes Finale! Dabei geht es im offiziellen Programmteil in der derzeit zweimal als voll besetzt geltenden Lambertikirche gar nicht um derart plakative Musik.

Für die „Barockmusik zum Ausklang der Ferien“ hat Ensembleleiter Matthias Hengelbrock vielmehr umsichtig und experimentierfreudig vier Werke miteinander kombiniert, die in ihrer vielschichtigen Dramaturgie auf vertraute Architektur bauen: Von Johann Bernhard Bach, dem wohl am wenigsten bekannten Sohn von Johann Sebastian, eine ausgedehnte Suite in g-Moll; von Georg Friedrich Händel eine auf- und anregende Sonata a cinque B-Dur; von Georg Philipp Telemann eine abwechslungsreiche Sonate f-Moll und das Violinkonzert D-Dur aus TWV 51, vielleicht seinem besten.

Fiori Concertati erweisen sich als Liebhaber-Ensemble von hoher Qualität. Vor 45 Jahren haben die meisten des Septetts gemeinsam die Schule in Wilhelmshaven besucht und im Schulorchester mitgewirkt. Inzwischen treffen sie sich regelmäßig: Matthias Hegelbrock (Violine/Viola), Guido Eva (Violine), Jens-Peter Dünnhaupt (Viola), Hartmut Brestrich (Cello), Normann Grabow (Kontrabass), Karl-Ernst Went (Truhenorgel), Jan Sielemann (Cembalo).

Bei aller Konzentration aufs reibungslose Zusammenspiel bleiben die Akzente elegant, bestechen die Nuancen. Die Musik kommt bodenständig, aber sie federt, hüpft und tanzt.

So entwickeln sich über die Fantasie Erzählungen bis ins feine Sempre piano hinein. Das ist es auch, was offenkundig Daniel Sepec reizt. Der Konzertmeister der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen kann natürlich die fetzigen Passagen bei Händel oder im Telemann-Konzert abspulen, ohne je virtuos ermüdend zu werden. Aber vor allem entdeckt er die Feinheiten, die Kurzgeschichten hinter den Noten.

„Nie haben wir mit so viel Beifall gerechnet“, bekundet am Ende der musikalische Leiter. Na, na? Vorsichtshalber hat man ja eben doch den Vivaldi eingeübt. Erfahrene Musiker bauen vor.

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