Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Johann Sebastian BACH Weihnachtsoratorium I-III

Sonnabend, 15. Dezember 2007, 19.00 Uhr

Sigrid Heidemann, Sopran
Ulrike Andersen, Alt
Johannes Weiss, Tenor
Sebastian Noack, Bass
Lambertichor Oldenburg
La Dolcezza Oldenburg
Leitung: Tobias Götting
Kartenvorverkauf im Hörbuchladen Thye und hier im Online-Ticketverkauf



Rezensionen

Tröstend Vertrautes zur Weihnachtszeit

ORATORIUM Bachs Kantaten I bis III in der renovierten Lambertikirche wundervoll im Gleichgewicht

Horst Hollmann in NWZ am 17.12.2007

KANTOR TOBIAS GÖTTING BAUTE DAS WERK ÄU�ERST STANDFEST AUF. SEIN LAMBERTICHOR GEFIEL MIT KLANGLICHER WÄRME. OLDENBURG – Zur Weihnachtszeit gehören Advent, Tannenbäume, eine empfänglichere Stimmung für das Schöne, Nachdenklichkeit über verschüttete Werte ? und: Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium. Die Bündelung von meistens drei der nicht vom Komponisten zu einer Ganzheit zusammengefügten sechs Kantaten steht wie ein Eckpfeiler in der christlichen Kultur. Und mit solcher Standfestigkeit baut Tobias Götting die Teile eins bis drei auch in der gerade renovierten Oldenburger Lambertikirche auf: An der Gewissheit der Botschaft wird es nie solche Zweifel geben wie etwa an der Echtheit von Terrakotta-Soldaten. Doch Vorsicht! Der Kantor lädt mit seinem fein abgerundeten und kernigen Lambertichor, den vier vorzüglichen Solisten und dem ebenso beseelt wie aufwühlend spielenden Barockorchester La Dolcezza keineswegs zum routinierten, oberflächlich-leichten Hören ein. Er vermittelt rastlosen Menschen mit seiner sehr ?normalen? Interpretation viel tröstend Vertrautes. Aber in seiner meisterlichen Übersicht bricht immer auch Erregendes hervor. Das alles bringt die Chöre, Choräle, Instrumentalstücke, Rezitative und Arien in ein wundervolles Gleichgewicht. Die berührende Zeitlosigkeit solcher Umsetzungen wirkt frappierend, schreiten doch die Erkenntnisse über einstige Aufführungspraxis oder die im Barock gebräuchliche Weiterverwertung dieser Musik in weltlichen Werken weiter fort. Zügiger seien wieder die Tempi anzusetzen, fast tänzerisch anmutig sei die Hirtenmusik. Und auch: Die Chöre zu Bachs Zeit bestanden meistens nur aus acht bis 16 Sängern. Die Lamberti-Choristen werden über solche wissenschaftlichen Debatten lächeln. Ihr Vielfaches an Stimmen überzeugt nicht durch protzige Wucht, sondern durch klangliche Wärme und behände Führung der Linien. Da hat man einfach alle Argumente auf seiner Seite. Die Grenzen der Massen-Beweglichkeit erreicht der Chor allenfalls in den sich immer wieder verschränkenden Girlanden des ?Ehre sei Gott? in der zweiten Kantate. Johannes Wei� (Tenor) ist als Evangelist ein vollmundiger Erzähler mit vielen Nuancen, ebenso Ulrike Andersen (Alt) mit gro�em Atem. Sigrid Heidemann (Sopran) und Sebastian Noack (Bass) mischen in ihrem Timbre und ihrer Deklamation glücklich mit.

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