Musik in St. Lamberti Oldenburg
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Quartonal

Sonnabend, 10. Mai 2014, 19.30 Uhr

a-cappella in St. Lamberti

Die Senkrechtstarter in der deutschen a-cappella- Landschaft: Ein CD-Vertrag bei SONY-Classics; erste Preise auf vielen europäischen Wettbewerben; eine Presse, die sich in Lobeshymnen überschlägt und ein stets hingerissenes Publikum.Ein Muss für alle Freunde hervorragenden a-cappella-Gesanges.Eintritt 15,- (13,-)



Rezensionen

Sensationelle Version von "La Cucaracha" zum Finale

Vokalensemble "Quartonal" beeindruckt in St. Lamberti mit Vielseitigkeit auf hohem Niveau

Volker Timmermann in NWZ am 12.05.2014

OLDENBURG – Zum Ende hin gab es sie doch – die unvermeidlichen Sätze und Lieder in „Close Harmony“, Insignien modernen A-cappella-Gesangs. Inzwischen gehören solch kreative Arrangements jenseits des klassischen Chorgesanges ins Repertoire jedes entsprechenden Ensembles, doch bei „Quartonal“ sind sie nur eine von vielen Seiten.

Die vier jungen Herren (Mirko Ludwig und Florian Sievers, Tenor; Christoph Behm, Bariton;Sönke Tams Freier, Bass), die einst schon als Knaben im gleichen Chor in Uetersen sangen, brillierten in St. Lamberti mit stilistischer Weitläufigkeit. Sie begannen den Abend mit geistlicher französischer Chormusik des 20. Jahrhunderts (Poulenc, Duruflé), um dann mit Mendelssohns „Zwei geistlichen Männerchören“ op. 115 in die deutschsprachige Chorromantik zu wechseln. Mit vielen Preisen ist „Quartonal“ in den vergangenen Jahren bedacht worden, und schnell wird auch in St. Lamberti deutlich, warum das Quartett zu den derzeit angesagtesten Vokalensembles gehört. Die Harmonien in Mendelssohns „Beati mortui“ wirkten geradezu herausgemeißelt in all ihrer Klarheit, die Linien erklangen belüftet, sprachlich deutlich und stimmlich äußerst beweglich.

Kein Wunder bei solchen Qualitäten, dass die Vier ihr frisches Debütalbum gleich bei einem Major-Label veröffentlichen konnten. Darin geht es um englische Chormusik aus Spätromantik und Gegenwart, nach Oldenburg hatten sie daraus weltliche Werke von Thomas Hewitt Jones (für „Quartonal“ komponiert) und Ralph Vaughan Williams, aber auch das witzige „Goslings“ von Frederick Bridge und Alec Rowleys abwechslungsreichen Zyklus „Full Tide“ mitgebracht. Sehr gelungen vermittelte das Quartett diese hierzulande unterschätzte Musik mit charmant launigen Moderationen, vor allem aber mit eigenständigem Quartonal-Sound, der nicht markige Soli, sondern homogenen Ensembleklang akzentuiert. Die Vier erzeugen dabei einen steten Strom schlanken und feinsinnigen, oft eleganten Gesanges. Auch dynamisch zurückhaltend, entwickelt „Quartonal“ so eine Ästhetik der Unaufdringlichkeit, die einen ganz eigenen Zauber verbreitet.

Am Ende, nach ausgewählten Arrangements populärer Sätze (zum Beispiel Prince, Chicago,James Taylor, aber auch Knut Kiesewetter), setzte „Quartonal“ mit einer geradezu sensationellen Version von „La Cucaracha“ einen finalen Höhepunkt. Solch Vielseitigkeit auf hohem Niveau ist beeindruckend.

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